Edition

Aktuelles

26.5. - 2.9.2018
SOMMERMIX
Von der Abstraktion bis
zum Realismus
 
Bilder
Grafiken
Plastiken
Keramiken
u.a.
ANDREAS DURRER
DETLEV HUMMELT
WERNER HEINZE
SUSANNE KRAIßER
MARTIN MCWILLIAM
MICHAEL SCHREIBER
EBERHARD SZEJSTECKI

Vorschau
ab 7.9.2018
RALPH PETSCHAT
Bilder
BASILIUS KLEINHANS
Plastiken

Tipp des Monats:
GÀBOR  TÖRÖK
Bronzeplastiken
 
In dieser Rubrik zeigen wir Ihnen regelmäßig wechselnd interessante Werke verschiedener Künstler.

Michael Schreiber

1949 geboren in Bremen
1971 - 81   Studium an der FH Bielefeld und der HdK Berlin
dort Meisterschüler bei Prof. W. Petrik
seit 1977 zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland
2012 verstorben

 

Kataloge:

Arbeiten von 1976-1981
Arbeiten von 1976-1984 “Ritual of a Body”
Arbeiten von 1984-1988
“Transparente Wirklichkeit”
“Zwischenergebnisse”

Perspektivische Illusion - abstrahierende Farbe

Als Michael Schreiber sein Studium zunächst in Bielefeld an der Fachhochschule begann und später an der Hochschule der Künste, Berlin, fortsetzte, suchte er sich bewußt Lehrer, bei denen er sich in zeichnerischem Realismus, ja äußerster Detailgenauigkeit messen konnte. Das zeichnerische Handwerk lernte er in der Tat vorzüglich bei Prof. Petrick, dessen Meisterschüler er bald wurde. Diese äußerste Präzision des mit hartem, spitzen Stift, mit quasi fotografischem Blick erfaßten Gegenstandes ist die solide Grundlage auch von Schreibers Arbeit geworden, der sich auch als es längst nicht mehr Mode war noch um die Vervollkommnung des einmal eingeschlagenen Weges kümmerte. Überraschend ist bei seinen früheren Arbeiten der hohe Anteil an architektonischen Innenräumen, deren virtuos gehandhabte Perspektive allein schon durch ihre eigenartig nur scheinbar willkürlich gewählten Ausschnitte auffallen; besonders aber durch das Spiel von Licht und Schatten, das diese präzisen Architekturansichten einerseits nach strengen optischen Gesetzen im Bild noch einmal abbilden und anderseits durch den fast kontrapunktischen Einsatz der nicht minder virtuos gehandhabten Aquarellfarbe mit oft beinahe magischen Figurationen überlagert.
Wenn auch der Mensch aus Schreibers frühen Arbeiten beinahe ausgeblendet ist, sind doch allen diesen Dachböden, Hinterhöfen, Buden und scheinbar menschenleeren Ateliers und Zimmerfluchten stets gemeinsam ihre von Menschen geprägten, vernutzten und dennoch wieder vielfach ungenutzten Eigenschaften. Es ist stets die eigenartige Poesie der von Menschen geprägten Räume und Dinge, die Schreiber anzieht. Seine Kunst befähigt ihn, uns die Menschen hinter den Dingen aufscheinen zu lassen.

Dr. Peter Reindl, Direktor des Landesmuseums Oldenburg